Rick Springfield Live
Konzertbericht: Rick Springfield
Rick Springfield live zu erleben ist nicht einfach,da er hauptsächlich nur noch in den USA tourt (seine Australien-Homecoming-Konzerte im Sommer 2007 mal außen vorgelassen).Im Rahmen unseres USA-Urlaubes 2007 stellten wir bei der Planung fest,das,während wir in Denver sind,er dort ein Konzert gibt.
Gute Tickets zu bekommen,erwies sich als nicht so einfach.Auf jeden Fall konnte man sie nur in den USA erwerben und musste sie sich dann teuer zuschicken lassen.So kamen wir auf das 2,5-fache des aufgedruckten Ticket-Preises.Aber wer weiss,ob sich die Gelegenheit jemals wieder so ergibt.Darum bestellten wir die Tickets.
Als Vorgruppen traten Patty Smyth (Ehefrau von John McEnroe) mit ihrer 80er-Band "Scandal" und Eddie Money auf.Von Eddie Money waren wir positiv überrascht.Der Junge hat wirklich gute Stimmung gemacht und der frenetische Beifall hat ihn sehr gerührt.
Dann endlich Bühne frei für Rick Springfield.Als Anmerkung sollte man vielleicht erwähnen,das das Publikum zu 80% weiblich war.Und als er die Bühne betrat wusste man auch,warum.Der Kerl sieht mit seinen 57 (in Worten: siebenundfünfzig) Jahren aus wie 40! Zum Vergleich:Ottmar Hitzfeld ist auch 57 und könnte im optischen Vergleich Rick´s Großvater sein.Wirklich unglaublich (das muß ich-männlich,hetero -neidlos anerkennen)!
Seine weiblichen Fans deckten alle Altersklassen ab.Vom Teenager bis zur (auf-jung-versucht-zu-schminkenden) Oma/älteren Dame war alles vertreten.
Dabei ist Rick Springfield teilweise ein echter Hard-Rocker.Schon sein Eröffnungstitel "Who killed Rock´nRoll" (gleichzeitig auch seine neue Single vom demnächst erscheinenden Album) geht richtig zur Sache.Da passt dann die Publikumsstruktur überhaupt nicht zur Musik,denn alle Damen sind natürlich ami-typisch gestylt und geschminkt.
Aber Rick Springfield hätte an diesem Abend auch Besen auf der Bühne zersägen können und alle hätten gekreischt und geschrien.Bei einem Konzert von Tokio Hotel kann es nicht viel schlimmer sein.Außer,das dann die "älteren" Damen VOR der Halle stehen und auf ihre Töchter warten,um sie nach dem Konzert abzuholen.
Höhepunkt des Abends war dann die Performance von "My Generation" (Original von The Who),bei der Herr Springfield sich langsam mit seiner Gitarre durch die Reihen bewegte.Wir standen in Reihe 10 und die Plätze neben uns waren frei.Der mitdenkende Leser kann sich schon vorstellen was passiert,nicht wahr?
Genau!Natürlich erspäht auch Herr S. die Lücke und bewegt sich langsam auf uns zu,indem er über die Sitze steigt.Bis er bei uns ankommt,vergeht aber einige Zeit,da er von allen Seiten begrapscht wird.Aber er scheint diese Fannähe zu geniessen.
Bei uns angekommen,darf ich ihm erstmal die Hand als Stütze reichen,während er über die Sitzlehnen zu uns balanciert.Oh mein Gott,gleich falle ich in Ohnmacht!
Dann performt er seinen Song eine Zeit lang direkt neben uns,um sich dann nach hinten fallen zu lassen (nennt man das auch Stage-Diving?).Wer muß ihn auffangen?Genau,wieder ich.Aber der Mann ist zum Glück ein Fliegengewicht und lässig lasse ich ihn in meine Arme gleiten.Aber der bisherige Auftritt ist auch am guten Rick nicht spurlos vorbei gegangen.Denn beim Auffangen drücke ich sein Hemd gegen seinen Rücken und der schwitzige Rücken tränkt erst das Hemd und dann meine Hand.
"Oh Du heiliges Wasser,nie wieder werde ich mir die Hände waschen" würden die meisten Damen im Saal wohl denken. Auch ich spielte kurz mit dem Gedanken (natürlich NICHT,war nur ein Scherz!).
Musikalisch betrachtet war es alles in allem ein toller Konzertabend.Leider hat der gute Rick schon nach 70 Minuten die Bühne wieder verlassen.Aber die hat er nonstop durchgepowert und quasi ein Best-of seines bisherigen Schaffens zum Besten gegeben.Respekt!Letztendlich zählt nur die Musik und die ist richtig GEIL!

Wer einen Eindruck von einem Rick Springfield - Konzert bekommen möchte,dem empfehle ich die DVD "Rick Springfield - Live in Rockford" aus dem Jahr 2006.Die DVD ist codefree und hat eine Laufzeit von ca. 110 Minuten.
Weitere Infos und Videoclips zu RS findet ihr natürlich auch auf seiner Homepage www.rickspringfield.com
